Was ist Parodontitis

Das Wort Parodontitis stellt eine Entzündung des Parodontium dar. Um es genauer auszudrücken, eine Entzündung des Zahnhalteapparats. Früher wurde diese Entzündung oftmals fälschlicherweise mit Parodontose bezeichnet. Dies ist aber nicht korrekt. Der Unterschied zwischen Parodontose und Parodontits ist, dass die Parodontose einen Zahnfleischrückgang ohne Entzündung. Bei einer Parodontitis geht der Zahnfleischrückgang aber immer mit einer Entzündung einher.


Parodontitis Ursachen

Die Ursache einer Parodontitis, ist meist ein Zusammenspiel verschiedener Komponenten. Verkürzt kann gesagt werden, dass meist eine gewisse Veranlagung und eine ungesunde bzw. Zahnungesunde Lebensweise zusammenkommen.

Am Anfang der Erkrankung steht meist eine Zahnfleischentzündung / Gingivitis. Hierbei vermehren sich auf der Mundflora die ansonsten unschädlichen Bakterien über das gesunde Mass hinaus, bis sich Zahnfleischentzündungen bilden.

Die extreme Vermehrung der Bakterien liegt meist an einem Überangebot an Zucker und Kohlehydrate, welches wir in Form von Zucker- und Kohlehydratreichen Lebensmittel konsumieren. Dieses Überangebot dient den Bakterien sozusagen als Energiequelle und umso mehr Energie sie haben, desto schneller können sie sich vermehren. Zusätzlich spielt oft eine mangelnde Zahnhygiene eine Rolle. Durch nicht regelmäßiges oder nicht gründliches Zähne putzen werden Plaque / Zahnbelag nicht ausreichend entfernt und Bakterien können sich hier gut einnisten und vermehren. Am begehrtesten sind hier die Stellen zwischen den Zähnen, oder an den Zahnhälsen.

Hält dieser Zustand lange genug an, entzündet sich das Zahnfleisch, da die Bakterien nun vom Plaque auf das Zahnfleisch übergreifen können.

Bei den Zahnfleischentzündungen / Gingivitis werden zwei Formen unterschieden.

Zum einen die akute Gingivitis, die sich durch Zahnfleischbluten, Schmerzen und gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch bemerkbar macht. Durch ihre Symptomatik wird sie meist schnell entdeckt und auf Grund der Schmerzen auch schnell behandelt. Daher ist sie meist keine Parodontitis Ursache.

Zum anderen die chronische Gingivitis, die oftmals keinerlei, oder nur milde Symptome in Form von Zahnfleischbluten zeigt. Sie wird meist erst im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt entdeckt. Da sie die häufigste Entzündung im menschlichen Körper darstellt und bei einem ungehinderten Fortschreiten zur Parodontitis führen kann, sollten unbedingt die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt wahrgenommen werden.

Parodontitis vorbeugen

Tipps

Erklärung

Vitaminreiche Ernährung

Wenig Süßigkeiten, saure Lebensmittel, v.a nicht häufig über den Tag verteilt

Wasser als Hauptgetränk

Vor allem keine süßen oder klebrigen Getränk und wenn dann nur zum Essen

2 mal täglich Zähne putzen

Mit einer weichen Zahnbürste mit abgerundeten Borsten und Zahnpasta

½ Stunde zwischen Essen und Zähne putzen

Der Zahnschmelz braucht ca. 30min um sich nach dem Essen wieder zu härten. Sonst droht er durch das Putzen abgerieben zu werden

Zahnseide / Interdentalbürste täglich verwenden

Auch in den Zahnzwischenräumen bilden sich die Zahnbeläge, die das Zahnfleisch reizen und schädigen können

Bei Beschwerden antibakterielle Mundspülung

Antibakterielle Mundspülung (Chlorhexidin) sollten nur bei Beschwerden benutzt werden, da der Wirkstoff auf Dauer die Zähne verfärben kann.

Nicht Rauchen

Das Rauchen greift zum einen das Zahnfleisch direkt an, zum anderen wird hierdurch vermehrt Plaque gebildet der auch das Zahnfleisch schädigt

Vorsorgeuntersuchungen Zahnarzt

Sollten regelmäßig wahrgenommen werden. Der Zahnarzt kann erkennen ob beispielsweise eine chronische Parodontitis (ohne Symptome) vorliegt und frühzeitig handeln.

Professionelle Zahnreinigung (1-2 mal jährlich)

Sie ergänzt die Maßnahmen für eine gute Mundhygiene zu hause. Hier werden noch genauer alle Zahnbeläge, Zahnstein usw. entfernt, so dass sich Bakterien nicht so leicht festsetzen können.

Wurde die Gingivitis / Zahnfleischentzündung nicht, oder nicht ausreichend behandelt, beginnen die Bakterien auf längere Sicht über die Zahnhälse in die Zahntaschen zu wandern. Hier finden sie noch bessere Lebensbedingungen vor, da hier keine Zahnbürste oder Mundspülung mehr stört und sie sich noch ungestörter vermehren können.

Es bildet sich eine beginnende Parodontitis.

Das Konkrement (eine Form von Zahnstein) bildet sich in den Zahntaschen (Spalt zwischen Zahnfleisch und Zahnhals). Durch das Konkrement, werden die Zahntaschen immer größer und die Bakterien vermehren sich immer mehr und es entstehen eine immer größere Entzündungen in den Zahntaschen. Diese Entzündung in den Zahnfleischtaschen führt auf dauer zu Knochenabbau und somit zu einem Zahnfleischrückgang. Die Zahnhälse werden immer mehr und mehr freigelegt. Dieser Knochenabbauch ist dann auf Dauer die Ursache für Zahnlockerungen und im schlimmsten Falle für Zahnverlust. Die Parodontitis hat die schwerste Stufe erreicht und ist nur noch schwierig zu behandeln.


Parodontitis Symptome

Leider sind die Symptome die eine Parodontits hervorrufen meist sehr unspeziefisch, oder fehlen je nach Schweregrad bzw. Art der Erkrankung ganz.

So können bei einer leichten Parodontitis die Symptome komplett fehlen, oder sich nur durch gelegentliches leichtes Zahnfleischbluten beim Zähneputzen zeigen.

Das wohl wichtigste Symptom bei einer Parodontits sind die Zahnfleischrückgänge, die allerdings, gerade bei einer leichteren Parodontitis oftmals selbst nicht bemerkt werden.

Meist werden sie überraschend bei der Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt diagnostiziert.


Parodontits Bakterien

Wie bekannt ist, ist ein Übermaß an Bakterien im Mundraum ausschlaggebend für die Entstehung einer Gingivitis, welche die Ursache für die Parodontits darstellt. Was allerdings viele nicht wissen, ist das bestimmte Bakterien Arten eine Parodontits wahrscheinlicher machen, als anderes. So spielen gerade die Bakterien Porphyromonas gingivalis, Tanerella forsythia und Treponema denticola für die Entstehung einer Parodontits eine große Rolle.


Sonderformen

Gerade die Sonderformen einer Parodontitis stellen bei ihrer Diagnose und Behandlung eine besondere Herausforderung für den Zahnarzt dar. Auch deshalb sollten "Zahnfleischentzündungen" nicht auf die leichte Schulter genommen werden und wenn nach einer Verhaltensänderung keine Verbesserung der Symptomatik eintritt möchlichst bald ein Zahnarzt aufgesucht werden.

Parodontitis apicalis 

Die Entzündung geht hierbei von der Zahnwurzel aus. Diese bereitet sich auf das dortige Zahnfleisch aus und es bidet sich in diesem von aussen nicht einsehbaren Bereich eine Parodontits. Da eine apikale Parodontits meist mit teilweise starken Zahnschmerzen verbunden ist, wir die Diagnose meist schnell beim Zahnarzt gestellt.

Bei der Behandlung der Parodontitis apicalis ist es zunächst wichtig die Ursache hierfür zu beseitigen. So wird zunächst die entsprechende Zahnwurzel (von der die Entzündung ausgeht) mit einer Wurzelkanalbehandlung therapiert.

Danach klingt dann meist die Parodontits von selbst ab.

Aggressive Parodontitis 

Die agressive Parodontitis zeichnet sich wie der Name schon sagt, durch einen plötzlichen und schweren Krankheitsverlauf aus. Sie ist selten und es sind überwiegend Frauen betroffen. Auch ist das Alter für diese Form der Parodontitis untypisch, so sind die Betroffenen bei der generalisierten Form meistens unter 35 Jahre alt. Bei der lokalisierten Form (nur Schneidezähne und 1. Molare), sind die Erkrankten sogar meist erst Jugendliche. 

Auch ist für eine agressive Parodontitis kennzeichnend, dass das Ausmaß an Konkrement und Plaque Ablagerungen nicht mit der Ausprägung der Parodontitis korelliert. D.h. eigentlich haben die Betroffenen keine übermäßigen krank machenden Komponenten, erkranken aber trotzdem an einer schweren aggressivern Parodontits. Deshalb wird bei dieser speziellen Art der Parodontitis davon ausgegangen, dass die Erkrankung vor allem durch eine genetische Disposition ausgelöst wird. 


Paradontitis Behandlung

Egal ob eine akute oder chronische Gingivitis oder eine Parodontitis vorliegt, sollte sofort eine Behandlung erfolgen.

Bei einer akuten Gingivitis / Zahnfleischentzündung ist es meist ausreichend, die Zahnpflegemaßnahmen zu intensivieren. Das heißt mindestens 2x täglich Zähne putzen mit Zahnpasta und einer Zahnbürste mit weichen abgerundeten Borsten, da ansonsten das entzündete Zahnfleisch weiter geschädigt werden könnte. Das Verwenden von Zahnseide oder eine Interdentalzahnbürste, da sich gerade an den für die Zahnbürste schwer zugänglichen Zahnzwischenräumen die Bakterien besonders wohl fühlen. Zusätzlich kann vorübergehen eine antibakterielle Mundspülung verwendet werden (z.B. Chlorhexidin). Die Mundspülung mit dem Wirkstoff Chlorhexidin sollte aber nicht dauerhaft verwendet werden, da sie zu Zahnverfärbungen führen kann. Bei einem Zahnarztbesuch überprüft werden, ob es sich tatsächlich noch um eine Zahnfleischentzündung / Gingivits handelt, oder diese schon in eine Parodontitis übergegangen ist. Hierzu wird er innerhalb seiner Untersuchung den Parodontalen Screening Index bilden, der eine Aussage zulässt in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet und welche Behandlung angezeigt ist. Zusätzlich kann eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden, durch welche alle Zahnbeläge, Zahnstein etc. gründlich entfernt werden können.

Die normale Zahntaschentiefe beträgt 1-2mm, ab einer Zahntaschentiefe von 3,5 mm wird von einer Parodontitis gesprochen.

Liegt bereits eine Parodontitis vor, ist ein Besuch beim Zahnarzt unumgänglich! Er wird sie zunächst untersuchen und das Ausmaß der Parodontitis in Form eines PSI Status (Paradontale Screening Index) oder auch Parodontalstatus dokumentieren um die weitere Parodontits Therapie zu planen und den Behandlungserfolg messen zu können. Hierbei werden alle Zahntaschentiefen vermessen und Lockerungsgrade der Zähne (3= Zahn mit Zunge beweglich, 2=sichtbar beweglich, 1 = fühlbar beweglich und 0 = fest) festgestellt.

Handelt es sich noch um eine beginnende Parodontitis, oder um eine leichte Parodontitis ist es oft ausreichend die Zähne mit einer professionellen Zahnreinigung zu reinigen. Hierbei werden neben den Zähnen, auch die Zahnzwischenräume gründlich von Zahnstein und Plaque befreit. Zusätzlich kann der Zahnarzt im Rahmen einer geschlossenen Kürettage auch die Zahnhälse und v.a. Zahnwurzeln von Konkrement befreien.

Sollten diese Maßnahmen nicht mehr ausreichen, kann eine Antibiotika Behandlung notwendig sein. Das Antibiotika kann hierbei entweder in Tabletten gegeben, oder in Form einer medizinischen Einlage in die Zahntaschen eingelegt werden, so dass es dort lokal wirken kann. Neue Techniken (z.B. PerioChip) bieten dauerhafte Einlagen, die mit einem antibakteriellen Wirkstoff versehen über längere Zeit in der Zahnfleischtasche verbleiben.

Handelt es sich um eine sehr starke Parodontitis (Zahntaschentiefe über 6mm), oder ist die Parodontitis behandlungsresistent, kann noch eine offene Kürettage durchgeführt werden. Hierbei wird das Zahnfleisch vom Zahn gelöst und die befallenen Stellen können somit mit dem blossen Auge erkannt, gereinigt und desinfiziert werden.

Parodontaler Screening Index PSI

Code

0

1

2

3

4

Zahnfleischtasche Tiefe anhand vom schwarzen Band auf Sonde

vollständig sichtbar

vollständig sichtbar

vollständig sichtbar

teilweise sichtbar

verschwindet ganz

Blutungen

nein

ja

ja

Eventuell

Eventuell

Zahnstein / Plaque

nein

nein

ja

Eventuell

Eventuell

Defekte Restaurationsränder

nein

nein

Ja

Eventuell

Eventuell

klinische Abnormitäten mit * kennzeichnen

z.B. Furkationsbeteilligung, mukoging, Probleme, Rezessionen, Zahnbeweglichkeit usw.

Krankheitsbild

Gesund

Gingivitis

Gingivitis

Mittelschwere Parodontitis

Schwere Parodontitis

Therapie

Keine

Plaqueentfernung, Anleitung zur Verbesserung der Mundhygiene

Anleitung zur Verbesserung der Mundhygiene, supragingivale und subgingivale Plaqueentfernung, professionelle Zahnreinigung, Restaurationsränder

Anleitung zur Verbesserung der Mundhygiene, supragingivale und subgingivale Plaqueentfernung, professionelle Zahnreinigung, bei dem Befall vieler Zahnbereiche, Behandlung des gesamten Gebisses

Anleitung zur Verbesserung der Mundhygiene, supragingivale und subgingivale Plaqueentfernung, professionelle Zahnreinigung, weitgehende diagnostische und therapeutische Maßnahmen im gesamten Gebiss


Parodontitis - Herzinfarkt Risiko verdoppelt?

Eine Parodontitis und ihre Folgen sollte nicht unterschätzt werden. Neben Folgen die direkt den Kauapparat betreffen, wie die Ästhetik, Schmerzen und Zahnverlust können auch schwerwiegende Folgeerkrankungen entstehen.

Über die Blutbahnen werden Bakterien auch an andere Orte des Körpers gespült, wo sie auch zu Entzündungen o.ä. führen können.

Schon seid einiger Zeit steht die Parodontitis im Verdacht eine Arteriosklerose zu begünstigen, oder zu verstärken. Diese kann wiederum auf Dauer zu einem Herzinfarkt, oder zu einem Schlaganfall führen.

Die Bakterien einer Parodontitis können durch eine entsprechende Prädisposition (Senioren, Menschen mit geschwächtem Immunsystem), zu einer Lungenentzündung oder anderen Atemwegserkrankung führen.

Ein bereits bestehender Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit), kann durch eine Parodontitis schwerer zu behandeln sein, oder sich generell verschlimmern.

Es kommt vermehrt zu Komplikationen bei Patienten die einen Gelenkersatz erhalten haben, wenn sie zusätzlich eine Parodontitis aufweisen.

Parodontitis Folgekrankheiten

Erkrankungen

Risikoerhöhung

Arteriosklerose

z.B. Schlaganfall

x 2
Diabetes

x 10

Atemwegserkrankungen

z.B. Lungenentzündung

x 4
Schwangerschaftskomplikationen x 8

Herz- Kreislauferkrankungen

z.B. Herzinfarkt

x 2
Osteoporose x 4

Parodontits Schwangerschaft

- Folgen für Mutter und Kind -

Gerade in der Schwangerschaft sollte auf eine gesunde Mundhygiene geachtete werden und die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt wahrgenommen werden.

Denn gerade Schwangere haben ein erhöhtes Risiko an einer Schwangerschaftsgingivits und in deren Folge an einer Parodontitis zu erkranken. Dies liegt daran, dass sich die veränderten Hormone auch auf das Zahnfleisch auswirken. So hat die erhöhte Östrogenausschüttung in der Schwangerschaft zur Folge, dass sich die Mundflora verändert. Das Zahnfleisch wird viel stärker durchblutet, schwillt dadurch leicht an und wird weicher. Dadurch wird es den Bakterien leicht gemacht, sich in den Zahnzwischenräumen und an den Zahnhälsen anzusiedeln und ungestört zu vermehren. Die Schwangerschaftsgingivitis bildet sich und der Weg für eine Parodontits ist geebnet. 

Gerade in der Schwangerschaft kann aber eine unbehandelte Parodontitis zu schwerwiegenden Folgen für Mutter und Kind haben. Zum einen ist das Frühgeburt und Fehlgeburt Risiko durch eine Parodontitis deutlich erhöht. Um Zahlen zu nennen, das Risiko einer solchen Komplikation erhöht sich durch die Parodontits um das 4-8 fache! Was daran liegt, dass die Bakterien einer Parodontits über den Blutweg in den gesamten Körper ausgeschwemmt werden und somit auch das ungeborene schädigen können!

Zum anderen ist das Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes, in Kombination mit einer unbehandelten Parodontitis, deutlich höher, als bei Schwangeren ohne diese Erkrankung des Zahnhalteapparats. Auch ist eine bestehende Schwangerschaftsdiabetes deutlich schwieriger zu behandeln, wenn zusätzlich eine Parodontits besteht.

Deshalb sollte neben dem wahrnehmen der Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt, einer gründlichen Zahnpflege, auch auf erste Zeichen einer Gingivitis geachtet werden. Bei Zahnfleischbluten, Schwellungen, oder Schmerzen sollte dann möglichst bald der Zahnarzt aufgesucht werden.


Parodontitis Behandlung Kosten 

Prinzipiell ist eine Parodontits Behandlung Kassenleistung. Allerdings kommt es in den meisten Fällen zu Kosten die nicht von der GKV erstattet werden.

Parodontitsbehandlung Kassenleistung?

Wie hoch diese Kosten ausfallen, variiert sehr stark von der Ausprägung der Parodontits und den gewählten Behandlungsmethoden. Um größt mögliche Gewissheit zu haben, welche Kosten auf den Patienten zukommen, sollte vor der Behandlung ein Heil- und Kostenplan bei der Krankenkasse eingereicht werden. Hierbei listet der Zahnarzt genau auf, welche Kosten durch die Parodontitis Behandlung entstehen. Die Krankenkasse teilt dann ganz genau aufgelistet mit, welche Kosten, in welcher Höhe erstattet werden.

Vorbehandlung Kosten

Bevor die eigentliche Parodontitsbehandlung beginnt, wird bei vorherigen Zahnarzt Terminen, erst einmal eine Vorbehandlung durchgeführt. Hierbei wird im Rahmen einer, oder mehreren professionellen Zahnreinigungen der Zahnstein und Konkrement, die ja eine Parodontits begünstigen entfernt. Auch wird der Zahnarzt eventuell vorhande überstehende Kronenränder o.ä. abschleifen und optimal anpassen, so das eine Bakterienansammlung an diesen Stellen verhindert oder zumindest eingedämmt wird. 

Zusätzlich wird der Patient über eine Zahn gesunde Ernährung, die optimale Mundhygiene, schädliche Einflüsse auf das Zahnfleisch etc. aufgeklärt und der Erfolg der vorangegangenen Maßnahmen kontrolliert. 

Alleine für diese Vorbehandlung können dem Patienten Eigenanteile bis zu 200€ entstehen, die er selbst erstattet muss.

Kosten der eigentlichen Parodontitis Behandlung

Die Kosten für die eingentliche Parodontitis Behandlung werden von der Krankenkasse übernommen. So wird das reinigen der Zahnfleischtaschen, der Zahnwurzel und der Zahnhälse von Konkrement und entzündlich verändertem Gewebe, sowohl in der geschlossenen, als auch in der offenen (operativen) Methode erstattet.

Allerdings kommt es auch hier zu durchaus sinnvollen Ergänzungsleistungen durch den Zahnarzt.

So kann es notwendig sein, die genaue Bakterienart durch einen mikrobiologischen Test zu bestimmen, um durch den gezielten Einsatz von Antibiotika gegen sie vorzugehen. Dieser Test kann bis zu 100€ kosten, welche von der GKV nicht erstattungsfähig sind. Auch hat sich die Plasma Therapie, oder auch die Laser Therapie bewehrt, um die Bakterienzahl deutlich zu reduziert. Aber auch diese Verfahren werden leider nicht von der Krankenkasse erstattet und in können Kosten in Höhe von bis zu 30€ pro behandeltem Zahn verursachen.

Nachsorge Parodontits 

Auch nach der eigentlichen Parodontitis Behandlung, sollte der Patient engmaschig (mind. halbjährlich) bei seinem Zahnarzt Kontrolltermine wahrnehmen. Hier wird der Behandlungerfolg kontrolliert, mit dem Patienten zusammen die Mundhygiene optimiert und sich eventuell bildender Zahnstein, Konkrement, oder Plaque frühzeitig und gründliche entfernt.

Diese Kontrolltermine bzw. professionellen Zahnreinigungen, sind leider wieder nicht im Leistungskatalog der Krankenkasse enthalten und müssen selbst bezahlt werden. Auch für diese Termine können Kosten bis zu 150€ entstehen.

  • Kostenlose Beratung 08142 - 651 39 28
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